Die Konzerthälfte beginnt mit dem ersten Satz aus Johann Sebastian Bachs Cembalo-Doppelkonzert BWV 1062 in einer Bearbeitung von Oliver Kälberer für 2 Mandolinen, 2 Gitarren und Zupforchester. Die vier Solisten aus den Reihen des Orchesters musizieren paarweise als rechte und linke Hand des Cembalisten. Ein kraftvolles und fröhliches Werk zur Eröffnung.
Nachdenklich und anrührend in neuer und ganz alter Tonsprache geht es weiter mit „La Notte del Principe“ aus der Feder des Dirigenten. Der 2. Satz „Tenebrae factae sunt“ verarbeitet eines der Responsorien des Fürsten von Venosa Don Carlo Gesualdo (1560-1613) und ist Anlass für eine Reflexion über Glück und Verderben, über Licht und Dunkelheit („I. Eclipsis“).
Es folgen drei Sätze der Suite „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg. Für die Norweger symbolisiert der 1684 geborene Philosoph, Dichter und Humorist Ludvig Holberg die Epoche des Spätbarock. Edvard Grieg komponierte zum Jubiläum des 200. Geburtstags eine Klaviersuite, die er später für Streichorchester instrumentierte. Er wiederbelebt mit den Mitteln des romantischen Streicherklangs eine spätbarocke Orchestersuite mit ihren französischen Tanzformen. Einem festlichen Präludium folgen eine langsame Sarabande und eine gut gelaunte Gavotte mit einer rustikalen Musette.
Am Schluss des Programms erklingen die ersten beiden Sätze der Villarejo Suite von Pedro Chamorro Martínez. Der Komponist beschreibt in diesem poetischen Werk seine Emotionen zur Heimat seiner Vorfahren mütterlicherseits. Der 1. Satz „Familienbeschwörung“ beschreibt eine Unmenge trauriger Erinnerungen, die der Spanische Bürgerkrieg mit sich brachte. Der 2. Satz erzählt vom Gipfel der „Piedra Moral“ – einem beeindruckenden Felsen, der majestätisch mitten im Wald aufragt. Nach dem Aufstieg durch eine einsame Landschaft von verführerischer Schönheit erwartet den Wanderer das Gefühl von Freiheit. Ein Echo tritt überraschend hervor.