Musikalisches Lehrer-überleben in Corona-Zeiten

Seit dem 13.03.2020 fährt unser emotionales Leben Achterbahn. Für unser Projekt Edi & Lili haben wir 4 Monate nahezu Tag und Nacht gearbeitet. Und dann wurden am Tag vor der Aufführung Veranstaltungen über 100 Personen verboten. Edi & Lili fiel also ins Wasser. Tränen! Am 14.03. führten wir eine Generalprobe ohne Öffentlichkeit durch. Von den 43 beteiligten Kindern fehlten 3 Kinder aus Corona-Sorge und 2 weitere waren krank. 2 Hauptrollen wurden ersetzt und wir versuchten, den Probenstand zu filmen. Noch ist der Film nicht geschnitten, aber es wird ihn geben: einen Film, der unser schönstes Kinderprojekt dokumentiert. Ein wunderschöner Tag – anstrengend, unter Zeitdruck, unfertig und in der Ahnung, dass wir zum letzten Mal für einige Zeit mit vielen Kindern singen und musizieren würden.

In der Woche danach durften wir unter verschärften Hygienebedingungen noch Einzelunterricht geben. Es tat gut. Nun sind die ersten 3 Unterrichtstage im Heim-Musizieren um und ich blicke ganz positiv in die Zukunft – nach unzähligem verzweifelten Fluchen. Ein Unterrichtszimmer ist zum Filmstudio umgebaut worden. Hier nehmen wir Erklär- und Übevideos für YouTube auf. Die ersten Videos sind bereits online. Das andere Unterrichtszimmer ist die Skype-Zentrale. Immer einer von uns skypt mit einem Schüler. Wir wechseln uns ab, denn irgendwie ist dieser Unterricht anstrengender als der Analoge.

Vielen Dank an alle Schüler, die sich als Tester zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank an alle Eltern, die neben ihrer neuen Aufgabe als Hometeacher und Lebensmanager auch die Technik zur Verfügung gestellt und eingerichtet haben. Ganz besonderen Dank an unseren Sohn, der es nicht nur mit uns aushält, sondern uns mit technischem Sachverstand immer unterstützt – unser einziger physikalischer Schüler!

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